Buttontracking mit Google Tag Manager

Ab und zu kommt es vor, dass der hundsordinäre Webseitenbetreiber gerne wissen möchte, was für Elemente auf seiner Seite angeklickt, beziehungsweise genutzt werden. Hier hat man nun mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnte man, ein in Deutschland illegales Tool auf der Seite installieren und sich mit einem Bein in den Abmahnwahn begeben, man könnte raten oder man baut ein Buttontracking auf seiner Seite ein. Letztere Möglichkeit möchte ich hier einmal näher beleuchten.

TL:DR Version für ungeduldige

Benötigte Zeit: 45 Minuten.

Wie richte ich ein Buttontracking mit dem Google Tag Manager ein?

  1. Button erstellen

    Als erstes muss das Element, das getrackt werden soll auch vorhanden sein.

  2. Google Tag Manager einrichten

    Der Container muss eingerichtet werden, die Click Classes müssen hinzugefügt werden. Analytics muss verknüpft werden.

  3. Trigger anlegen

    Die Klicks auf bestimmte Elemente deiner Seite müssen vom Google Tag Manager aufgefangen werden. Dazu werden die Trigger eingerichtet.

  4. Testen

    Wenn alles richtig eingerichtet wurde, muss getestet werden ob die Klicks gefangen und als Event an Google Analytics weitergeleitet werden.

Zunächst brauchen wir einen Button, den wir tracken können

Aus rein wissenschaftlichen Gründen, braucht man natürlich erst mal einen Button, der es wert ist, getrackt zu werden.

Und jetzt kann es auch schon mit dem Google Tag Manager losgehen

Da ich davon ausgehe, dass Ihr bereits ein Google Tag Manager Konto habt gehe ich auf den Schritt, wie man es einrichtet nicht weiter ein.

Wenn Ihr in euren Container eingeloggt seid, besteht der erste Schritt darin, zu prüfen ob die richtigen Variablen aktiviert sind.

Google Tag Manager Click Classes

Hier findet man die Click Classes

Im Workspace vom Tag Manager wählt man Variablen (1), geht danach auf Konfigurieren (2) und wählt, wenn dies noch nicht geschehen ist, bei Klicks die Click Classes (3) aus. Natürlich kann man hier auch die Click ID auswählen, je nachdem wie man seine Buttons identifizieren möchte.

Google Analytics Konstante einrichten

Damit man nicht immer die Google Analytics ID einhämmern muss, legt man diese als Konstante an.

Benutzerdefinierte Variablen sind dein Freund

Um die Konstante anzulegen, wählt man unter Variablen (1) und Benutzerdefinierten Variablen -> Neu (2)

Variablen benennen, für bessere Auffindbarkeit

Nun gibt man der Variable einen Namen (1), der auch einen Wiedererkennungswert hat. Und klickt auf den Legostein bei “Variable konfigurieren” (2)

Variablen Typ: Konstant

Abschließend wählt man den Variablen Typ “Konstant” aus dem Flyout Menü aus und trägt in den Wert die UA Nummer aus dem Analytics Konto ein. Mehr braucht es an dieser Stelle nicht um die Konstante zu erstellen und wir können uns an den nächsten Schritt machen.

Debug Mode – Herausfinden, was wir tracken wollen

Um die Class oder ID der Elemente herauszufinden, die wir tracken wollen müssen wir zunächst den Debug Mode des Google Tag Managers aktivieren.

“In Vorschau ansehen” aktiviert den Debug Modus vom GTM

Über den Button “In Vorschau ansehen” aktiviert man den Debug Modus für den Google Tag Manager. Ob der Vorschau Modus aktiviert ist, kann man an dem folgenden Bild erkennen:

Vorschau Modus ist aktiv

Ruft man jetzt seine Seite auf, wird man feststellen, dass sich etwas geändert hat.

Kontrolle ob alles geklappt hat

Ein extra Fenster öffnet sich am unteren Bildschirmrand und bietet Informationen darüber, welche Ereignisse auf der Seite stattgefunden haben. Wenn Ihr dieses Fenster seht, seid ihr bereit für den nächsten Schritt.

Generischen Trigger anlegen

Damit wir die Klicks auf der Seite “einfangen” können, benötigen wir einen generischen Trigger.

Folgt diesem Pfad um einen Trigger zu erstellen

Wählt Trigger (1), geht danach auf “Neu” und vergebt dem Trigger wieder einen Namen (2), der selbsterklärend ist. Als letztes Konfiguriert Ihr den Trigger (3).

Wir wollen alle Klicks “auffangen”

In der Konfiguration wählt ihr jetzt noch “Klick -> Alle Elemente” und speichert den Trigger. Damit wir mit den angelegten Änderungen arbeiten können, wäre jetzt der Zeitpunkt, in dem alles einmal veröffentlicht wird.

Veröffentlichungsscreen in GTM

Zu diesem Screen kommt ihr, wenn ihr im Workspace oben auf “Senden” drückt. Anschließend könnt ihr für die interne Dokumentation Namen und Notizen hinzufügen, damit man auch später noch einen Überblick darüber hat, was man wann veröffentlicht hat.

Wozu das Ganze Geraffel?

Mit dem Vorgeplänkel im GTM haben wir uns die Möglichkeit eröffnet jedes anklickbare Element zu identifizieren. Getestet werden kann das Ganze folgendermaßen:

Buttonklick ausprobieren

Wenn alles richtig eingerichtet wurde, erscheint das Event “gtm.click (2)” sobald ich auf den Button geklickt habe (1).

Lifehack: wenn ein Link hinter dem Button steht und ihr den anklickt, werdet ihr auf eine andere Seite weitergeleitet. Damit man das tracking trotzdem kontrollieren kann sollte man mit STRG und Linkklick auf den Link klicken, damit dieser sich in einem neuen Fenster öffnet (Tjoa, funktioniert aber nur für Windowsnutzer)

Ein Blick in die gespeicherten Variablen

Wenn man jetzt auf den Tab “Variables” wechselt kann man sehen welche Daten gefangen wurden. Da wir die Click Classes und die Click ID gespeichert haben, werden diese hier auch angezeigt.

Man kann jetzt auch gut erkennen, warum es nicht immer Sinn macht die Click Classes einzufangen, denn die Klasse ist sehr allgemein und wird in diesem Fall für jeden Button genutzt. Ein Tracking über die ID macht hier also mehr Sinn.

Jetzt wo wir in der Lage sind, Elemente durch einen Klick zu identifizieren, sollten wir die Events an Analytics senden

Benjamin Mylius

Um das zu bewerkstelligen, benötigen wir Trigger.

Einen speziellen Trigger anlegen

All you need is a trigger

Wie bereits vorher schon geschehen, geht man über Trigger (1) und “Neu”. Man vergibt einen eindeutigen Namen, den man später wieder zuordnen kann (2) und wählt als Triggertyp “Klick – Alle Elemente” (3). Allerdings wollen wir jetzt nur bestimmte Klicks einfangen. Und zwar alle Klicks, die auf die Click ID mit dem Wert des Trackingbuttons (4) (hier trackingbuttontest) eingehen.

Das Analytics Tag einrichten

Da wir jetzt die auslösenden Trigger eingerichtet haben, fehlt eigentlich nur noch das Tag mit dem alles verknüpft wird. So können wir den Klick auf dem Button als Event an Google Analytics senden um alles zu tracken.

Tag Einrichtung leicht gemacht

Ihr geht über Tags (1) und wählt “Neu”. Dann vergebt ihr, wie sollte es auch anders sein, einen Namen (2) und wählt als Tag Typ “Google Analytics – Universal Analytics”. (3) Der Tracking Typ ist in diesem Fall ein Event. Nun könnt ihr das Ganze auch noch Katgorisieren. In meinem Fall ButtonClicks. Und eine Aktion, die gespeichert werden soll “Es wurde geklickt“. Als Label habe ich den Page Path angegeben.

Begründung: Wenn man z.B. über die Click Classes mehrere Buttons auf der gesamten Domain trackt, die sich eine gemeinsame Klasse teilen. Könnte man über die Variable Page Path nachvollziehen können auf welcher Seite der Button angeklickt wurde.

Nur noch die ID und den Trigger verknüpfen

Zum Schluss bleibt eigentlich nur noch, die Google Analytics ID zu verknüpfen, die wir vorher angelegt haben. Und als Trigger, wählen wir unseren “wichtigen Button Trigger

Wenn ihr alles eingerichtet habt, veröffentlicht ihr sämtliche Änderungen. Und testet ob alles so funktioniert wie geplant.

Qualitätssicherung

Der erste Part, in dem man testen kann ob das Tracking funktioniert, ist der noch aktivierte Debug Mode. Wenn man den Button jetzt anklickt sollte man folgendes sehen:

Tracking erfolgreich eingebaut

Im “gtm.click” Event wird angezeigt, das ein Tag gefeuert wurde. Und zwar genau das Tag, dass wir angelegt haben. Also durchaus ein gutes Zeichen, dass alles funktioniert. Abschließend können wir das aber nur in Google Analytics feststellen.

Auch in Analytics werden die Daten erfasst

Ein Blick in das Google Analytics Dashboard zeigt, dass auch hier die eingefangenen Daten archiviert werden. In der erweiterten Anzeige wird jetzt auch angezeigt auf welcher Seite der Button angeklickt wurde.

Funktioniert alles – erfolgreiches Tracking

Somit war das Buttontracking erfolgreich und ihr könnt anfangen euch zu überlegen, was genau ihr eigentlich tracken wollt. Viel Spaß beim ausprobieren.

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